Executive Insights - Vom Job Market zum Reputation Market
- Martina Mosebach
- 6. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Warum sich die Regeln im Executive-Arbeitsmarkt grundlegend verändern
Vieles befindet sich derzeit grundlegend im Wandel – und das gilt auch für den Bewerbungsmarkt. In meinen Gesprächen mit Fach- und Führungskräften stelle ich immer häufiger fest, dass klassische Bewerbungsstrategien nicht mehr die Wirkung entfalten, die sie noch vor einigen Jahren hatten.
Bewerbungsprozesse dauern länger.
Selbst hochqualifizierte Kandidaten erhalten deutlich weniger Rückmeldungen.
Nicht selten werden dutzende Bewerbungen versendet – häufig ohne den gewünschten Erfolg.
Die Ursachen hierfür sind vielfältig:
KI-gestützte Bewerbungsprozesse, Applicant Tracking Systeme (ATS) und automatisierte Vorauswahlverfahren spielen eine wichtige Rolle. Auch Führungskräfte durchlaufen heute aufwendige digitale Auswahlprozesse, bevor ein persönliches Gespräch stattfindet.
Doch diese Entwicklung erklärt aus meiner Sicht nur einen Teil des Wandels. Die zentrale These heute lautet: Wir bewegen uns vom Job Market zum Reputation Market.
Dieser Gedanke hat weitreichende Konsequenzen.
Karriereentscheidungen entstehen heute deutlich häufiger im Zusammenspiel verschiedener Akteure – Executive Search-Berater, interne Entscheider, Aufsichtsgremien, Führungskräfte und persönliche Netzwerke beeinflussen gemeinsam die Besetzung von Schlüsselpositionen.
💡Ist diese Person qualifiziert? Sondern: Ist sie eindeutig als die richtige Besetzung für diese Aufgabe positioniert?
Damit verändert sich auch die Rolle des Lebenslaufs. Der Lebenslauf wird vom Bewerbungsdokument zum Instrument der Reputation.
Er muss innerhalb weniger Sekunden vermitteln, wofür eine Führungskraft steht, welchen konkreten Mehrwert sie bietet und warum gerade sie für eine bestimmte Herausforderung die richtige Wahl ist.
Der verdeckte Arbeitsmarkt funktioniert deshalb zunehmend nach einem anderen Prinzip.
💡 Nicht möglichst viele Bewerbungen führen zum Ziel, sondern eine klare und konsistente Positionierung.
💡 Nicht die Gießkannen- oder Trichterstrategie, bei der möglichst viele Stellen bedient werden, sondern ein präzises Profil, das es Headhuntern, Entscheidern und dem eigenen Netzwerk erleichtert, eine Führungspersönlichkeit eindeutig einzuordnen und weiterzuempfehlen. Genau diese Klarheit wird im aktuellen Executive-Search-Umfeld als entscheidender Erfolgsfaktor beschrieben.
Je klarer die Positionierung, desto leichter fällt es anderen, Sie weiterzuempfehlen.
Aus meiner Sicht bedeutet das auch einen Perspektivwechsel im Bewerbungsprozess.
Der Lebenslauf sollte nicht mehr in erster Linie die Frage beantworten:
„Was habe ich gemacht?“
Sondern vielmehr:
„Wofür möchte ich am Markt wahrgenommen werden?“
Diese Entwicklung bestätigt den Ansatz der Executive Perception Method: Ein Executive CV sollte heute nicht nur Qualifikationen dokumentieren, sondern Reputation, Positionierung und den strategischen Mehrwert einer Führungspersönlichkeit sichtbar machen.




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